Zellen haben wir nie mit bloßem Auge gesehen, und doch prägen sie unsere Vorstellung vom Körper. Seit der englische Universalgelehrte Robert Hooke 1665 den Begriff „cellula“ einführte, existiert die Zelle auch als Bild: von frühen mikroskopischen Zeichnungen bis zu digitalen Rekonstruktionen. Diese Bilder sind keine neutralen Abbilder, sondern visuelle Übersetzungen des Unbekannten. In OVUM NOVUM greift Fid. Fischer diese wissenschaftlichen Bildcodes auf und überführt sie in bemalte Reliefs. Materialität und Ästhetik erinnern an Modelle früher Naturkundemuseen und Wunderkammern, in denen Wissen durch Anschauung und Vergleich entstand. Im Sinne einer visuellen Epistemologie fungieren Bilder als Erkenntnisinstrumente. Wissenschaftliche Zellbilder strukturieren Wahrnehmung und stabilisieren Kategorien. Fid. Fischer verschiebt diese Ordnung ins Surreale. Das Körperinnere erscheint als violett-rot glühende Fantasy-Welt. Die Bilder erzeugen Nähe, Faszination, Irritation, vielleicht Unbehagen. Zwischen genetischer Faktizität und kultureller Deutung eröffnet sich ein emotionaler Erfahrungsraum und die Frage: Was sehen wir, wenn wir in das Unsichtbare blicken? Und was blickt zurück? Text Nach Entwürfen von Aleksandra Kulsaza
Zellen haben wir nie mit bloßem Auge gesehen, und doch prägen sie unsere Vorstellung vom Körper. Seit der englische Universalgelehrte Robert Hooke 1665 den Begriff „cellula“ einführte, existiert die Zelle auch als Bild: von frühen mikroskopischen Zeichnungen bis zu digitalen Rekonstruktionen. Diese Bilder sind keine neutralen Abbilder, sondern visuelle Übersetzungen des Unbekannten. In OVUM NOVUM greift Fid. Fischer diese wissenschaftlichen Bildcodes auf und überführt sie in bemalte Reliefs. Materialität und Ästhetik erinnern an Modelle früher Naturkundemuseen und Wunderkammern, in denen Wissen durch Anschauung und Vergleich entstand. Im Sinne einer visuellen Epistemologie fungieren Bilder als Erkenntnisinstrumente. Wissenschaftliche Zellbilder strukturieren Wahrnehmung und stabilisieren Kategorien. Fid. Fischer verschiebt diese Ordnung ins Surreale. Das Körperinnere erscheint als violett-rot glühende Fantasy-Welt. Die Bilder erzeugen Nähe, Faszination, Irritation, vielleicht Unbehagen. Zwischen genetischer Faktizität und kultureller Deutung eröffnet sich ein emotionaler Erfahrungsraum und die Frage: Was sehen wir, wenn wir in das Unsichtbare blicken? Und was blickt zurück? Text Nach Entwürfen von Aleksandra Kulsaza